Freitag, 21. November 2014

Wartung von Privatflugzeugen: Preventive Maintenance (PM) vs reliability-centered maintenance (RCM)

Ich möchte Euch heute Manifesto: A Revolutionary Approach to General Aviation Maintenance von Mike Busch vorstellen. Mike ist ein in den USA sehr bekannter Autor zu Themen der Allgemeinen Luftfahrt, (Savvy Aviator), langjähriger Pilot, Flugzeugbesitzer und -mechaniker.

In seinem Buch stellt Mike, sowohl unter Berufung auf wissenschaftliche Untersuchungen als auch auf seine eigene Erfahrung, dar, dass Flugzeugwartung oft mehr schadet als nützt. Die Hälfte der als „technisches Versagen“ einzuordnenden Unfälle in der Allgemeinen Luftfahrt treten innerhalb der ersten 200 Stunden (infant mortality) eines neuen Motors (bzw. einer anderen Komponente wie bspw. der Vakuumpumpe, der Magnetos o.a.), einer Überholung oder umfangreichen Wartung auf (MIF - maintenance-induced failure), also in der Anfangsphase ihres Lebenszyklus und nicht, wie oft angenommen, nach einer bestimmten Laufzeit. Mike plädiert deshalb dafür, auch in der privaten Luftfahrt die sog. vorbeugende Wartung (preventive maintenance) auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und nur dort durchzuführen, wo die Sicherheit gefährdet ist (was in der kommerziellen als auch in der militärischen Luftfahrt seit Jahrzehnten so gemacht wird). Stattdessen ist Wartung nach Bedarf (RCM - reliability-centered maintenance) durchzuführen und bspw. Teile lediglich dann auszutauschen, wenn dies erforderlich ist (on condition), nicht aber, wenn eine bestimmte Betriebszeit erreicht ist. Mike erläutert, dass in den meisten Fällen die von den Herstellern gemachten Aussagen zu Wartungsintervallen (TBO) Empfehlungen, nicht aber gesetzliche Vorgaben sind, und es in der Verantwortung des Flugzeugbesitzers - nicht des LTB - liegt, welche Wartungsarbeiten tatsächlich durchgeführt werden. Außerdem gibt Mike Tipps, wie bspw. mit einem Digital Engine Monitor Daten erhoben und analysiert werden können, die über den Zustand des Flugzeugmotors Auskunft geben, und wie sichergestellt werden kann, dass die Flugzeugwerft nur die Arbeiten ausführt, die erforderlich sind, um das Flugzeug in einem sicheren, zuverlässigen und den gesetzlichen Anforderungen entsprechenden Zustand zu halten - und nicht mehr. Ein sehr lesenswertes Buch für alle Privatpiloten und Flugzeugbesitzer, das nicht nur hilft, Geld zu sparen, sondern auch, das eigene Flugzeug sicherer und zuverlässiger zu machen.

Montag, 10. November 2014

Jahresnachprüfung bei unserer "Piggi" Piaggio FW149D

Unsere Piggi D-EADP hat in Bienenfarm EDOI ihre Jahresnachpüfung erhalten. Wenn es das Wetter zulässt, bringen wir sie nächste Woche in den Quax-Hangar nach Paderborn zur Untersuchung einer Korrosionsstelle. Hoffentlich können wir den Flieger dann so schnell wie möglich wieder nach Berlin holen.

Mittwoch, 24. September 2014

Klassenverlängerungen bei den EASA-Lizenzen

Früher war es ja so, dass der Fluglehrer nach dem sog. Übungsflug diesen im Logbuch des Piloten bestätigt und dann die Klassenberechtigung (also z. B. SEP Land) in der Lizenz des Piloten handschriftlich verlängert hat. Dies ist nun - zumindest in Berlin/Brandenburg - nicht mehr so. Die Verlängerung der Klassenberechtigung erfolgt nun durch die Obere Luftfahrtbehörde.

Hierzu sind Kopien des Logbuchs anzufertigen, um 12 Flugstunden und 12 Landungen innerhalb der letzten 12 Monate nachzuweisen (also der Einfachheit halber Kopien der letzten 12 Monate). In diesen ist dann natürlich auch der Übungsflug (mit Stempel und Nummer des Fluglehrers) enthalten. Ausnahmsweise ist hierfür kein Formular erforderlich.

Diese Kopien können dann eingescannt und (bspw. als PDF) per Email an die Luftfahrtbehörde geschickt werden.

Die Luftfahrtbehörde prüft in diesem Zusammenhang dann auch, ob Lizenz, Medical und Zuverlässigkeitsüberprüfung noch aktuell sind.

Zur Verlängerung der Klassenberechtigung muss die Lizenz bei der Behörde vorgelegt werden, dies kann - nach erfolgter Prüfung der eingesandten Unterlagen - per Post oder persönlich geschehen.

Für Fragen zur Vorgehensweise ist Frau Frohberg von der Oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg Montags bis Donnerstags von 10:00 Uhr bis 12:00h unter 03342/4266-4107 erreichbar und außerordentlich hilfsbereit und auskunftsfähig. Im Zweifel also kurz telefonisch nachfragen.

Montag, 10. März 2014

Grumman Tiger endlich ausgemottet

Bei strahlendem Sonnenschein am Sonntag endlich meine Grumman Tiger ausgemottet. Sprang nach der Winterpause auf Anhieb und ohne Murren an, und das nach wochenlangem Stehen in der kalten Halle. Einfach nur gut. Von Strausberg EDAY über ECHO1, ECHO2 und BRAVO durch Berlin, ca. 10min Warteverfahren nördlich von Schönefeld EDDB in 2.300ft, dann tiefen Überflug über die 07L und Direct to Strausberg. Vielen Dank an die freundlichen Damen im Tower Schönefeld, die uns trotz hohem Verkehrsaufkommen den low approach genehmigt haben.


Dienstag, 4. März 2014

Propellerschaden an der C140

Leider steht die Cessna 140 momentan mit Propellerschaden und shock-loaded Engine im Hangar und wartet auf Reparatur... wir hoffen, sie so schnell wie möglich wieder in die Luft zu bekommen. Spätestens zum Cessna-Treffen in Jena-Schöngleina (EDBJ) am 12./13.07.2014...

Samstag, 9. November 2013

Cessna 140 Spornrad - mit 20 Knoten Gegenwind über Berlin

Heute mit der Spornrad Cessna SE-ESC zum Kaffeetrinken in Bienenfarm (EDOI) gewesen. Ein "rustikaler" Flug bei heftigem Gegenwind durch die Berliner Kontrollzone mit 65kt Ground Speed - die Autos auf der Berliner Stadtautobahn unter mir waren schneller. Auf dem Rückweg wurde ich dafür mit fast 150kt nach Hause geweht.

Freitag, 31. Mai 2013

Mein nächstes Projekt: Einweisung Cmelak Z37 Agrarflugzeug

Cmelak Z37 ("Hummel"). Hier ein Vorgeschmack. Erstaunlich geräumiges Cockpit, recht hohe Sitzhöhe, sehr gute Sicht nach vorne. Dafür keinerlei Sicht nach unten, interessant bei 1,50m hohem Fahrwerk. Zwei Notsitze im Gepäckraum, keine Verbindung zum Cockpit. Einweisung sobald das Wetter besser wird...





Dienstag, 30. April 2013

Die App zum Kapern eines Flugzeugs

Der deutsche Sicherheitsexperte Hugo Teso hat demonstriert, wie man mit einem Smartphone einen Linienflieger hacken kann. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Maschine auf Autopilot fliegt. Zum Artikel...

Was meint ihr?

Mittwoch, 24. April 2013

Ausgemustert - Das Ende eines Phantom-Jets

Ist zwar bereits eine Wiederholung und auch schon auf YouTube zu finden, dennoch immer wieder interessant. Dokumentation am 20.03.2013 auf N24.

Schnelligkeit, Beweglichkeit und Feuerkraft machten die F-4 Phantom zu einem äußerst präzisen Kampfjet. Nach 6.300 Flugstunden gehört die Maschine nun zum "alten Eisen" und findet auf dem Fliegerhorst in Jever ihr Ende. Innerhalb von 2,5 Monaten wird hier der komplexe Jet - ausgestattet mit funktionsfähigen Waffensystemen und Turbojet-Triebwerken - von Expertenteams sorgfältig deaktiviert, zerlegt und recycelt. Jeder einzelne Arbeitsschritt kann lebensgefährliche Folgen haben.

Dienstag, 23. April 2013

Hans Rudolf Wöhrl: "Time to say good bye"

Hans Rudolf Wöhrl verabschiedet sich auf pilots.de mit einem kritischen und wie ich finde eindrucksvollen und interessant zu lesenden Abschiedsposting von der gewerblichen Luftfahrt. Herr Wöhrl ist eine der ganz wenigen Persönlichkeiten, die es geschafft haben, ihre Leidenschaft für die Fliegerei mit grossen unternehmerischen Leistungen zu verbinden. Neben Gründung und Aufbau der Modekette WÖHRL hat Hans Rudolf Wöhrl 1974 den Nürnberger Flugdienst (NFD) gegründet, der 1984 als zweite Linienfluggesellschaft zugelassen wurde und damit das bisherige Monopol der Lufthansa gebrochen hat. 1992 wurde der NFD in die Eurowings überführt. Im gleichen Jahr wird Herr Wöhrl in den Aufsichtsrat der Deutschen BA berufen, die er mit seiner Investmentgesellschaft INTRO im Jahr 2003 übernimmt und in dba umbenennt. 2006 erwirbt die INTRO eine Mehrheitsbeteiligung an der LTU, die - ebenso wie die dba - nach erfolgreicher Restrukturierung an die Air Berlin verkauft wird. Mit der INTRO ist Herr Wöhrl an zahlreichen weiteren Luftfahrtunternehmen beteiligt. Vor dieser unternehmerischen Leistung habe ich grossen Respekt. 

1987 habe ich an verschiedenen Assement Centern der Lufthansa in Hamburg und Seeheim-Jugenheim  teilgenommen, auf denen ich mit Piloten ins Gespräch gekommen bin. Weiterhin hatte ich damals die Möglichkeit, die Flüge zu den Assessment Centern im Cockpit zu begleiten und mit den Piloten zu sprechen. Auch wenn ich es damals noch nicht so auf den Punkt bringen konnte, sind es letztlich die Argumente, die Herr Wöhrl in seinem Posting kritisch anführt, die sich damals schon abzeichneten und die mich davon abgehalten haben, den Beruf des Verkehrsflugzeugführers zu ergreifen. Heute bin ich in der glücklichen Situation, mir die Fliegerei als Hobby leisten zu können und nicht nur ein eigenes Flugzeug zu besitzen, sondern auch historische Flugzeuge und mit dem Jet Provost auch einen Militärjet fliegen zu können. Dennoch denke ich immer wieder darüber nach, welche unternehmerische Herausforderung es in der Luftfahrt für mich geben könnte... 

Ein kleines Detail verbindet mich mit Hans Rudolf Wöhrl: im Bordbuch meiner Grumman Tiger D-EGDH stammt der vierte Eintrag am 06.12.1978 von EDDN (Nürnberg) nach EDQW (Weiden) von Herrn Wöhrl als PIC. Herr Wöhrl hat meine Grumman Tiger aus den USA nach Deutschland überführt und nach der Zulassung dann an den ersten deutschen Halter übergeben.